FREMOFreundeskreis Europäischer Modellbahner eV. |
28.10.2005 |
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Ringleitung für
Uhr und
Telefon Von KLAUS RICHRATH †
Seit meinem im HP1 I/96 erschienenen Aufsatz über den Bau und
den Betrieb eines Streckentelefons haben sich beim FREMO auf dem
Gebiet des Telefonwesens ganz wesentliche Verbesserungen ergeben.
Dies ist auf das Wirken von Jochen Leisner zurückzuführen,
der auf der Grundlage seines beruflichen Hintergrundes in der Lage
gewesen ist, den FREMO mit mehreren professionellen Telefonanlagen
zu versorgen.
Auf seine grundsätzlichen Ausführungen zu diesem Thema
im HP1 I/99 sei hier ausdrücklich hingewiesen.
Beim FREMO sind z.Zt. (Mitte 2002) drei große Telefonanlagen in Betrieb.
Jede dieser Anlagen verfügt über 24 Anschlüsse,
von denen 20 frei vergeben werden können.
Zwei Anlagen können zusammengeschaltet werden,
wobei dann nur noch je 18 Anschlüsse zur freien
Verfügung stehen. Die Anlagen sind mit UAE-(Western-)Buchsen
ausgerüstet. Die Telefone müssen also mit einem
entsprechenden Stecker versehen sein.
Für denjenigen, der auf seinen TAE-Stecker am Telefon
nicht verzichten kann, gibt es preiswerte Adapter TAE/UAE.
Weitere Einzelheiten hierüber sind ausgiebig in dem
bereits erwähnten Aufsatz von Jochen Leisner beschrieben.
Der Einsatz der Telefonanlagen setzt voraus, dass von jedem
Telefonapparat eine Anschlussleitung zur Zentrale gelegt werden muss.
Bei Treffen in kleineren Sälen ist das vielleicht nicht so problematisch.
Bei den Großarrangements, die sich jetzt beim FREMO eingebürgert haben,
kommen in den großen Hallen aber schon erkleckliche Leitungsmengen zusammen,
die dann auf vielen Metern auch noch mehrfach nebeneinander verlaufen müssen.
Dazu kommt dann noch das Leitungsnetz für die Uhren.
Eine Möglichkeit, diese nebeneinander herlaufenden Leitungen
in einer Sammelleitung zu vereinigen, wäre da sicher hilfreich.
Und da kommt nun RUT, die
Ringleitung für Uhr und Telefon.
Selbstverständlich ist RUT eine Busleitung und keine Ringleitung. Die Bezeichnung Ringleitung wurde aus nostalgischen Gründen gewählt. Und passt die sich dadurch ergebende Abkürzung nicht auch besser zu FRED ?
RUT verdankt ihr Entstehen der Tatsache, dass es bei der Firma Reichelt-Elektronik (und auch anderswo) für sehr wenig Geld fertig konfektionierte 25-polige SUB-D-Verlängerungskabel gibt. Damit war es möglich, die erprobte und preiswerte SUB-D-Technik einzusetzen und den Arbeitsaufwand gering zu halten.
Mit einem Verlängerungskabel können zehn
Telefonanschlüsse sowie die Uhrenleitung zusammengefasst werden.
Die Frage ist nun, wie das Telefon der Betriebsstelle zu seinem Anschluss kommt.
Es ist ja aus naheliegenden Gründen nicht möglich,
feste Anschlüsse bzw. Nummern zu vergeben.
Die Lösung ist der codierte Stecker.
Für jeden möglichen Telefonanschluss gibt es einen
derartigen Stecker, mit welchem der gewünschte Anschluss
abgegriffen werden kann.
Hierzu ist für jede Betriebsstelle eine RUT-Anschlussbox
erforderlich, durch die die RUT durchgeschleift wird und die
so eingerichtet ist, dass sowohl der oben erwähnte
codierte Stecker in Funktion treten und - über eine Lautsprecherbuchse
- der Uhrentakt abgegriffen werden kann.
Für je zehn Telefonanschlüsse ist eine Schnittstelle in Gestalt einer 25-poligen SUB-D-Buchse erforderlich. Wie der Einbau dieser Buchse zu erfolgen hat, muss für jede Telefonanlage individuell entschieden werden. Eine für alle Anlagen gleichermaßen geltende Lösung kann hier nicht genannt werden.
Die Pin-Belegung sieht so aus: Pins 2/3, 4/5, 6/7, 8/9, 10/11 für die Telefonanschlüsse 10-14 (20-24). Pins 12/13 für den Uhrentakt. Pins 14/15 bleiben frei (sind nur in den Anschlussboxen belegt - s. dort). Pins 16/17, 18/19, 20/21, 22/23, 24/25 für die Telefonanschlüsse 15-19 (25-29).
Pin 1 hat auch eine Funktion. Darauf wird weiter unten noch eingegangen.
Die Herstellung einer solchen RUT-Anschlussbox ist recht einfach. Man nimmt ein passendes Gehäuse und baut in dieses die erforderliche Anzahl SUB-D-25-Verbindungen, eine Lautsprecherbuchse sowie eine UAE-Buchse (Alternativ auch eine TAE-Buchse) ein.
Die Anzahl der SUB-D-Verbindungen richtet sich nach der
Größe der Betriebsstelle. Für jede Zulaufstrecke
ist eine 25-polige SUB-D-Buchse und für jeden gewünschten
Telefonanschluss ein 25-poliger SUB-D-Stecker erforderlich.
Mit Ausnahme der Pins 1, 14 und 15 werden sämtliche übrigen
Pins der SUB-D-Verbindungen 1:1 verbunden.
An die Pins 12 und 13 wird zusätzlich die Lautsprecherbuchse angeschlossen.
Die Pins 14 und 15 der für den Telefonanschluss vorgesehenen Stecker
sind mit den beiden mittleren Kontakten der UAE-Buchse zu verbinden.
Mehr ist nicht zu tun. Das ist so simpel, dass man noch nicht einmal
einen Schaltplan dafür braucht.
Es gibt aber einen: Schaltplan RUT-Anschlussbox von Armin Mühl.
Die Buchsen und Stecker sind nebeneinander senkrecht in das Gehäuse einzubauen, und zwar mit einem Mittenabstand von 22 bis 25 mm. Pin 1 muss nach unten zeigen.
Durch die Aufteilung der Anschlüsse in Buchsen (für die Verlängerungskabel) und Stecker (für die codierten Stecker) wird verhindert, dass beim Aufbau versehentlich etwas falsch zusammengesteckt wird.
Die beiden Fotografien zeigen das Äußere und
das Innere einer RUT-Anschlussbox für einen Durchgangsbahnhof
mit einem Telefonanschluss.
Ein Abzweigbahnhof mit drei Zulaufstrecken und zwei
Telefonanschlüssen würde also eine Anschlussbox mit
drei SUB-D-Buchsen, 2 SUB-D-Steckern, 2 UAE-Buchsen und einer
Lautsprecherbuchse benötigen. Die von mir gebauten Prototypen
können entweder fest eingeschraubt oder mit Zwingen an jeder
beliebigen Stelle am Modul angebracht werden.
Es sind die Verlängerungskabel SUB-D (1:1, 25-polig) mit
zwei Steckern einzusetzen. Diese Kabel gibt es in den Längen
3m, 5m und 7m. Pro Kabel ist ferner ein 25-poliger Gender Changer
(2 x Buchse) als Verbindung auf halber Strecke erforderlich.
(Wenn die Strecke zwischen zwei Boxen mit einem Kabel überbrückt
wird, ist das Zwischenstück nicht erforderlich, aber wer will
sich darauf verlassen ?)
Der codierte Stecker besteht aus einer Haube und einer 25-poligen Buchse. Die Pins 14/15 dieser Buchse werden mit den zwei Pins des gewünschten Telefonanschlusses verbunden, z.B. mit 24/25, wenn der gewünschte Anschluss die 19 sein soll.
Die codierten Stecker sind zusammen mit der Telefonanlage zu verwalten. Für jede Telefonnummer muss ein entsprechend beschrifteter Stecker vorhanden sein.
Das System RUT ist so konzipiert, dass nur die Telefonanlagen
mit ihrem Zubehör (codierte Stecker usw.) mehr oder weniger
zentral verwaltet werden müssen.
Der Rest ist durch die Betriebsstellenbesitzer zu erledigen.
Dazu gehört, dass diese nicht nur einen Telefonapparat
und die RUT-Box sondern auch eine bestimmte Menge an
Verlängerungskabeln vorzuhalten haben.
Die Länge richtet sich nach der Betriebsstelle.
Sinnvoll ist eine Kabellänge, die der Länge der
Betriebsstelle entspricht.
Zusätzlich sind ca. 10 m für jede Zulaufstrecke erforderlich.
Für einen Durchgangsbahnhof von 10m Länge ergibt das also 30m.
Das Ziel ist, RUT unter den Modulen entlang zu führen und zu vermeiden, dass die Leitungen quer durch das Arrangement verlegt werden, was bisher aus Materialmangel noch erforderlich ist. Deshalb müssen auch Abzweige, für die ein Telefonanschluss eigentlich nicht vorgesehen ist, eine als Verteiler gestaltete RUT-Box erhalten. Eine derartige Box müsste also drei SUB-D-Buchsen haben.
Beim Treffen soll das dann so aussehen, dass jeder Betriebsstellenbesitzer nach Beendigung der Aufbauphase von seinem Modul aus ein Kabel halbwegs bis zur nächsten Betriebsstelle verlegt, wo er ja dann auf das vom Nachbarn zu verlegende Kabel trifft. Auf diese Weise ist das Arrangement im Handumdrehen telefonisch verbunden, und das bei minimalem Arbeitsaufwand für den Einzelnen. Derjenige, der die Telefonanlage verwaltet, muss dann nur noch den geeigneten Standplatz bestimmen, die Telefonnummern vergeben und die codierten Stecker austeilen.
Auf großen Treffen mit mehr als 20 Betriebsstellen ist es möglich, zwei Anlagen zu koppeln, indem die Anschlüsse 28 und 29 jeder Anlage über Kreuz mit den Anschlüssen L01 und L02 der jeweils anderen Anlage verbunden werden. Mit RUT ist dies ganz einfach zu bewerkstelligen: Dort, wo sich die beiden Netzbereiche am nächsten sind, wird eine Verbindungsleitung gelegt. In diese ist ein Adapter einzusetzen, welcher nur den Uhrentakt und die gekreuzten Querverbindungen enthält.
Selbstverständlich ist RUT so ausgelegt, dass auch das von mir entwickelte Streckentelefon (s. Hp1 I/96) eingesetzt werden könnte, auch parallel. Hierzu wird zusätzlich die Ader 1 benötigt. Darauf soll an dieser Stelle aber nicht näher eingegangen werden. Wer hierzu etwas wissen möchte, kann sich gern an mich wenden.
Diese Betriebsweise, die auch als Ortsbatterie (OB)-Betrieb bekannt ist, wurde von Armin Mühl beschrieben. Wenn diese Option genutzt werden soll, ist dafür das Adernpaar 2/3 vorgesehen, das dann nicht an die Telefonanlage angeschlossen werden darf.
Zum Telefon und zur Uhr sind im Internet einige Ideen vorgetragen worden.
Es gab den Vorschlag, jeder Betriebsstelle ein schnurloses Telefon zuzuordnen
und die Basisstation bei der Telefonanlage aufzubauen.
Technisch ist das sicherlich machbar.
Anmerkung: Bei einer Vielzahl von mobilen Telefonen in unmittelbarer
Nähe hat der Bearbeiter Zweifel an der Zuverlässigkeit
eines solchen Systems)
Allerdings dürfte es doch etwas teuer werden, da es wohl kaum ein zuverlässiges Angebot von gebrauchten schnurlosen Telefonen gibt. Auch stellt sich die Frage des Aufladens. Am Tage wird das Telefon an der Betriebsstelle eingesetzt und müsste also in der Nacht geladen werden. Aber wo ? Aus Sicherheitsgründen sind in der Halle nachts ja alle Verbraucher vom Netz zu nehmen. Insgesamt also etwas umständlich.
Für den Uhrentakt gibt es Pläne, diesen entweder durch die DCC-Anlage generieren und über das Loconet (Beispiel: Frankenzentrale von Oliver Spannekrebs) oder über einen Infrarotsender zu verbreiten. (Die dadurch frei werdende Leitung könnte dann für einen weiteren Telefonanschluss genutzt werden.) Hier wird die Entwicklung abzuwarten sein. Bisher hat sich noch kein Ansatz zu diesen Themen blicken lassen.
Welcher Weg beschritten werden soll, muss durch die Betriebsstelleninhaber bestimmt werden, denn die müssen die Arbeit leisten und die Kosten tragen. Mein hier vorgestelltes System bietet nicht nur eine mögliche Alternative, sondern ist bereits gängige Praxis.
Es sieht so aus, als würde diesem schönen Satz auch hier wieder zur Geltung verholfen worden sein. Es blieb aber keine andere Wahl. Einmal gab es Sachzwänge in Gestalt von Vorgaben durch das vorhandene Material, und zum anderen musste ja zunächst eine Referenzanlage gebaut werden, um zu sehen, ob alles so funktioniert, wie es gedacht war.
RUT ist jetzt seit 1998 im Einsatz und hat sich bewährt, insbesondere auch auf den großen Treffen. Ausfälle seitens RUT hat es so gut wie keine gegeben, wenn man von einer aufgegangenen Lötstelle absieht. Die einzige empfindliche Stelle an dem eingesetzten Material waren die Pins in den SUB-D-Steckern, die sich schnell verbiegen können.
Hier will ich beschreiben, welche Bauteile ich verwendet habe. Alle wurden von der Firma REICHELT ELEKTRONIK in Sande geliefert. Katalog-Nr. und Preise wurden dem Katalog 05/2001 entnommen.
Hier soll noch einmal zusammengefasst werden, was im Einzelnen getan werden muss, um das System RUT auf breiter Grundlage im FREMO zu verbreiten:
Für diejenigen, die eine Telefonanlage besitzen/betreiben, gilt:
Es wäre sinnvoll und hilfreich, wenn alle beim FREMO vorhandenen Telefonanlagen - also nicht nur die Leisnerschen - gleichermaßen für RUT eingerichtet werden, damit alles überall eingesetzt werden kann, auch spurweitenübergreifend.
Für Eigentümer von Bahnhöfen, Abzweigen usw. gilt:
Wer zu diesem Artikel Fragen haben sollte, wende sich bitte an mich.
Klaus Richrath
ist am 22.Dezember 2005 verstorben
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