FREMO

Freundeskreis Europäischer Modellbahner eV.

20.02.2001

Triebfahrzeugsteuerung bei Gleichstromanlagen
Z-Schaltung mit Ringleitung

Vorbemerkung: Seit 1998 ist die Technik der Ringleitung beim FREMO 'historisch', wir haben bei H0-Europa fast vollständig auf NMRA DCC umgestellt.

Eine Z- oder Zuordnungsschaltung ermöglicht es, eine festgelegte Anzahl von Fahrreglern direkt und eindeutig mit jedem beliebigen Gleisabschnitt zu verbinden.
Das kann durch gegenseitig auslösende Tastensätze, Drehschalter oder kurze Kabel in einem Stellpult erreicht werden.
Dabei muß durch geeignete Maßnahmen sichergestellt sein, das niemals mehrere Regler einem Gleisabschnitt zugeordnet werden oder sonstwie miteinander verbunden werden.
Anderseits soll es möglich sein, mehrere, insbesonders benachbarte, Gleisabschnitte einem gemeinsamen Regler zuzuordnen.

Entsprechende Schaltungen sind in der Modellbahnpresse veröffentlicht worden. Diese beziehen sich jedoch meistens auf stationäre Anlagen mit einer gemeinsamen Rückleitung für alle Gleisabschnitte. Bei Modulanlagen mit freier Geometrie (z.B. FREMO) kann kein gemeinsamer Leiter definiert werden, alle Trennstellen und Schalter sind daher zweipolig auszuführen.
Die beim FREMO meist benutzte Zuordnungsschaltung mit Tastensätzen haben wir separat beschrieben.

Die Regler können normale Modellbahntrafos (bei stationären Anlagen oder als Ortsregler beim Fremo), Handregler (wie beim FREMO allgemein in Gebrauch) oder funkgesteuerte Regler sein.

Nur durch eine solche echte Z-Schaltung (oder eine digitale Steuerung) ist eine interessante Betriebsführung über die gesamte Anlage möglich.
Andere Schaltungen, die lediglich zwischen eigenem Regler und der Spannung auf dem benachbarten Anlagenteilstück auswählen können, bewirken entweder häufige Zwangshalte zum Wechseln des Reglers oder Lähmung der beteiligten Betriebstellen für eine längeren Zeitraum.
Durchgehende Züge sind mit diesen Schaltungen nur schwer durchführbar. Die betrieblichen Vorteile von funkgesteuerten Fahrreglern, lassen sich nur mit einer echten Z-Schaltung ausnutzen.

Ringleitung

Elektrik und Module Beim FREMO hat man sich beim System H0-Europa dazu entschlossen, die einzelnen Streckenmodule elektrisch sehr einfach zu halten und die unten genannten Boxen und ein mehradriges Verbindungskabel durch den Verein bereitzustellen.
Diese gesamte Hardware ist unter dem Begriff 'Ringleitung' zusammengefaßt, obwohl kein Ring im geometrischen Sinne gebildet wird, sondern eher eine Baumstruktur. Die Kabel der Ringleitung müssen dabei nicht unbedingt den Modulen folgen, sondern verbinden die einzelnen Betriebstellen und Boxen auf möglichst direktem (optimalem) Weg.
Die FREMO-Ringleitung enthält 16 Adern = 8 Leitungspaare: Diese werden benutzt für: Wechselstrom zur Versorgung der Regler, 5 verschiedene geregelte Gleichströme und einen gemeinsamen Uhrtakt für das gesamte Modul-Arrangement.

Verbindungsstecker

Zur Verbindung der diversen Boxen und Betriebsstellen sowie der verschiedenen Abschnitte der Ringleitung dient ein Amphenol-Tuchel Stecker nach DIN 41621.
Die Belegung der einzelnen Kontakte ist auf einer separaten Seite beschrieben.

Handregler

ermöglichen die Steuerung der Fahrspannung auf bequeme Weise direkt am Ort des Geschehens. Das leichte Gehäuse enthält die komplette Schaltung und ist mit einem vieradrigen Kabel mit der Anlage verbunden. Bei einer Modulanlage sollten diese an verschiedenen Stellen der Anlage einsteckbar sein.
Eine detailierte Beschreibung des FREMO-Handreglers (mit Bezugsquellen) ist vorhanden.

Funkgesteuerte Regler

Seit einiger Zeit werden auch in Europa funkgesteuerte Regler angeboten. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Produkten der Firma Aristo-Craft gemacht.
Der Europa-Vertrieb liegt bei der
Revalda AG, Gewerbestrasse 25, Postfach 27, CH-4123 Allschwil,
Telefon +41 61 4818585 FAX +41 61 4819541

Die ortsfesten Empfänger werden statt eines normalen Handreglers an zentraler Stelle an die Ringleitung angeschlossen.

Reglerbenennungen

Beim Fremo sind die Regler, die auf dem gesamten Arrangement wirksam sind, nach Farben benannt (Grau, Blau, Braun, Gelb und Violett). Regler, Buchsen und Schalter sind entsprechend markiert.
Es darf nur der farblich passende Regler in die jeweiligen Buchsen gesteckt werden.

Reglerboxen

dienen zum Einstecken der Handregler. Ihre Standorte sollten so gewählt werden, daß eine gute Sicht auf die wichtigsten Stellen der Anlage möglich ist und keine gegenseitigen Behinderungen des Personals auftreten.

Zuordnungsboxen

schalten bestimmte Streckenabschnitte oder einfache Stationen komplett jeweils einem der Regler zu. Ihr Standort ist naturgemäß nahe am zu steuernden Gleisabschnitt.
Die Schaltung einer Zuordnungsbox ist recht einfach und wir haben Sie separat beschrieben.
Meist ist im gleichen Gehäuse auch eine Reglerbox eingebaut.

Die Boxen werden mit kleinen Schraubzwingen an den Modulaussenflächen angeklemmt und mit einem ca. 2-3m langem Kabel mit der am Boden liegenden Ringleitung verbunden.

Betriebsstellen

sollten die Schaltung der Zuordnungs- und Reglerboxen, ggf. mehrfach, in das Stellpunkt integrieren. Für einfache Verhältnisse genügt auch eine Zuordnungsbox (damit kann allerdings nur die gesamte Betriebstelle umgeschaltet werden), bei komplexeren Stationen kann die Schaltung, auch unter Berücksichtigung der verschiedenen Fahrstraßen recht umfangreich sein.
Es hat sich bewährt, für jedes Gleis auf dem planmäßig Züge halten (Bahnsteige, Überholgleise etc.), je eine Zuordnungsschaltung in das Stellpult einzubauen und die Fahrströme dann über mit den Weichen gekoppelte Relais in die Bahnhofsköpfe zu leiten.
Siehe: Otto O. Kurbjuweit: 'Glatt durch die Weichenstraßen' Eisenbahn Magazin 2/80 Seite 56f

Einsteckmöglichkeiten für die Regler sollten etwas vom Stellpult entfernt, z.B. an den Bahnhofsköpfen, fest in das Modul eingebaut werden (Gegenseitige Behinderung der Bediener wird so vermieden !).

Z-Schaltung beim FREMO - Ausblick

Die Beschaffung der genannten Amphenolstecker wird zunehmend schwieriger und teurer. Außerdem wurden die organisatorisch/logistischen Probleme mit wachsender Größe und Häufigkeit der Treffen überproportional größer.
Auch sind die gleichzeitig möglichen Zugfahrten systembedingt limitiert - daher wurde das System der Ringleitung bei H0-Regelspur verlassen.

Eine große Anzahl Mitglieder hat sich inzwischen für den Umstieg auf ein Digitalsystem entschlossen.

Die Entwicklung einer neuen dezentralen Ringleitung wird nicht mehr weiter verfolgt, mag aber für andere Vereine eine Lösung sein, wenn aus bestimmten Gründen Digital nicht in Frage kommt.