Wie der FREMO zu Selectrix kam

Bereits der erste, schon lange zurückliegende Versuch, auf einem FREMO-Arrangement die Vorteile eines Digitalsystems zu nutzen, fand anfangs der 90er Jahre mit Selectrix statt. Leider war damals keinem der Beteiligten klar, daß ein räumlich ausgedehntes Modularrangement nicht mit den in den Hochglanzprospekten der verschiedenen Hersteller beschriebenen zwei Drähten zu betreiben ist. Folglich mußte dieser Versuch scheitern und führte dann im FREMO zu Skepsis bis Ablehnung gegenüber Digitalsystemen.

1997 wurden, ausgelöst durch die Normung des NMRA-DCC-Systems in den USA, neue Versuche unternommen, auch im FREMO digital zu fahren. Nachdem die Anforderungen an ein Digital-System für räumlich ausgedehnte Anlagen, wie es ein FREMO-Arrangement nunmal ist, klar waren (siehe HP1 Heft II/97, S.14), wurde auch ein erneuter Anlauf mit Selectrix gewagt. Beim Herbsttreffen in Naumburg bei Kassel wurde das System auf einem separaten Gleiskreis vorgestellt. Noch im November 1997 fand in Bruchköbel das erste vollständig digital betriebene FREMO-Treffen statt. Ein sehr persönlich geschriebener Bericht von diesem Treffen ist in Internet verfügbar.

Damit war die Tauglichkeit des Selectrix-Systems für den FREMO grundsätzlich bewiesen. Es zeigten sich aber Probleme beim gleichzeitigen Betrieb von Selectrix- und NMRA-DCC-Fahrzeugen, den die Selectrix-Zentrale prinzipiell ermöglicht. Wir mußten zur Kenntnis nehmen, daß für den FREMO der Einsatz eines Mischprotokolles (Selectrix-Protokoll / NMRA-DCC-Protokoll) nicht zu einem störungsfreien Spielverlauf führen kann.

Um allen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, die bisherigen Entwicklungen der Digitalsysteme für den FREMO zu begutachten, wurde auf der Jahrestagung 1998 in Lilienthal bei Bremen das riesige Arrangement vier unterschiedliche Bereiche, zwei digitale und zwei analoge, aufgeteilt: Selectrix, NMRA-DCC, Ringleitung und Z-Schaltung. Auf diesem Treffen zeigten sich deutlich die Vorteile, die digitales Fahren dem Betrieb beim FREMO bringen kann.