Der Test fand im Rahmen eines Fremo-Einladungstreffens statt. Gastgeber war die ehemalige Modulbaugruppe Main-Kinzig (RMMK). Präsident Norbert Hagen hatte die Halle organisiert, an dieser Stelle sei ihm dafür gedankt.
Geroldstein Rbf und Wolfgang (Kr Ha) sind Schattenbahnhöfe.
Westerwaldbrüche ist eine Ausweichanschlußstelle und mußte
daher mit Sperrfahrten vom Meersburg aus bedient werden.
Meersburg hatte die Funktion eines Schwerpunktbahnhofes, hier wurden
Übergaben nach Westerwaldbr und Spatzenhausen gebildet und Wagen
mit den Nahgüterzügen ausgetauscht.
Die Bahnhöfe Spatzenhausen und Robertshausen wurden als einfache
Durchgangsbahnhöfe betrieben, wobei in Robertshausen Übergang
auf HOe bestand. Dort wurde allerdings nicht digital gefahren!
Von Samstagmorgen bis Sonntagmittag wurde auf HO ausschließlich digital gefahren, am Ende fand eine Abschlußbesprechung mit allen Beteiligten statt.
Als Zentraleinheit wurde ein Central-Control 2000 66800 verwendet, das von Wolfgang Deutschmann zur Verfügung gestellt wurde, wie auch sonst der Großteil des Equipments. Wolfgang brachte 80 m selbstgebaute Datenbusverkabelung mit, im folgenden auch nur kurz Bus genannt. 70 m davon kamen zum Einsatz und wurden sternförmig unter allen Modulen verlegt.
Dieser Bus dient der Übertragung von Sx-Busdaten (das sind die Informationen von den Handreglern zur Zentrale) und den Px-Busdaten (Gleissignal zu den Boostern), daneben zur Energierversorgung der Handregler. Phyikalisch besteht der Bus aus drei Kabeln, die durch Kabelbinder zusammengehalten werden. Zwei dieser Kabel sind abgeschirmte Datenleitungen, das dritte dient der Masserückführung, die nicht über die Abschirmung der Datenleitungen erfolgen sollte (Vorschlag (am)). An einem Ende des Kabels ist eine Box angebracht, die immer drei 5polige DIN-Buchsen zum Anschließen von Handreglern enthält. Daneben gibt es bis zu zwei Steckmöglichkeiten zum Verlängern des Busses. Die Datenleitungen werden mit Steckern mit Überwurfmuttern angeschlossen, die Masseleitung mit einem 4mm Bananenstecker. Die Sache ist also mechanisch recht robust, aber auch schwer und voluminös und erinnert ein wenig an die konventionelle 5-Farben-Ringleitung.
Es wurde noch ein von Karl Eisermann gestellter Bustreiber eingefügt. Weitere Informationen zu diesem Device folgen noch. Übertragungs- und Einstreuprobleme auf dem Bus wurden nicht bekannt, das Taktsignal kam auch nach versuchsweise linear aufgebauten 80 m noch wohlgeformt auf dem Oszi an.
Da der Bus auch den sogenannten Px-Bus mitführt, können die Booster ihr Signal ebenfalls aus dem Bus erhalten. Wir hatten 6 Boosterabschnitte, nämlich für jede Betriebsstelle einen mit Ausnahme von Wellerode Wald, der bei Westerwaldbrüche mit dran hing.
Der Fahrplan sah sechs Zugmannschaften vor, zwei Ortsloks kamen noch hinzu, sodaß maximal 8 Regler gleichzeitig in Betrieb waren und (umlaufbedingt) 10-11 Loks auf dem Gleis standen. Verwendet wurden verschiedene Handreglertypen, hauptsächlich Combi-Control 66816 (Drucktasten, ergonomisch absolut beschissen) und ein Control-Handy 66815 (Drucktasten, sehr ergonomisch.) Daneben kamen noch zwei Nicht-Seriengeräte zum Einsatz, nämlich ein Combi-Control mit Drehknopf anstatt Tasten und eines mit Steckkarten zum Selektieren der Lok. Wolfgang Deutschmann hat mittlerweile einen weiteren Reglertyp zum Ausprobieren bekommen, den habe ich aber selbst noch nicht gesehen.
Es gab einen Handregler aus den USA, der vom (Selectrix-)Importeur dort vertrieben wird. Dieser hatte einen Drehknopf, ein Display und vier Druckknöpfe und ist eigens für die USA hergestellt worden. Re-import geht natuerlich immer. (dk)
Vor Betriebsbeginn wurde von Karl Eisermann auf einem eigens aufgebauten Schienenkreis (ekelhafte Sache, kann ich Euch sagen) eine "Fahrschule" veranstaltet.
Das waere fuer die Jahrestagung auch fuer NMRA-DCC sinnvoll, damit die Leute schon gewisse Grundkenntnisse in der Bedienung des Handreglers haben, bevor sie sich in das Fahrplan-Chaos stuerzen. (am)
Die Bedienung ist in der Tat einfach und wurde schnell erlernt. Als Nachteil der Combi-Controls hat sich herausgestellt, daß man nach dem Wiedereinstöpseln in eine Sx-Busbuchse erstmal "B" drücken muss, bevor der Handregler wirksam wird. Das verzögerte in einigen Paniksituationen die Notbremsungen, bei denen die Fahrstufen Up/Down-Tasten gleichzeitig zu drücken sind. Beim Control-Handy gibt es eine separate Nothalttaste.
Das "B" ist die "Betrieb"-Taste, damit bestätigt man, daß man die im Display erscheinende Adresse auch tatsächlich steuern will. Es ist uebrigens bei den verwendeten (neueren) Reglern nicht mehr möglich, anderen Leuten die Lok wegzunehmen - und zwar kategorisch nicht möglich. Wie nett ist doch die Moeglichkeit bei Digitrax, zur "Fahrschule" quasi zwei Gaspedale zu haben ... (mb)
Nach Einschalten der Digitalspannung auf dem Gleis explodierte am Freitag ein Elko auf der Bremsschaltung meines alten Signalmoduls, ich habe den Baustein ausgebrückt. Ich sehe ja schon ein, daß Indusi oder sowas bei DCC keine gute Idee ist.
Am Samstag rauchten dann zwei Booster ab. Wolfgang Deutschmann hatte nämlich Adapterkabel von Banane auf 5-polig DIN gebaut, um die "Energie" über Ortsreglerbuchsen auf das Arragement zu speisen. Das hatten wir gemacht, um möglichst flexibel zu bleiben und notfalls auf (konventionelle) Z-Schaltung heruntergehen zu können. Ja, leider ist eines dieser Speisekabel (wohl durch Darüberstolpern) aus der Ortsreglerbuchse gerissen worden, und ein unschuldiger Mitspieler hat sich gedacht: "Kein Wunder, daß meine Lok nicht mehr fahren will - da ist doch der Stecker draußen" und hat den Stecker in den Selectrix-Bus gesteckt. Zürst ist nicht viel passiert, doch irgendwann kam Qualm aus allen Ritzen des Boostergehäuses. (Ich war gerade auf den WC und hab's nur gerochen ...) Da keiner den eigentlichen Fehler bemerkte, mußte noch ein zweiter Booster sein halbleitendes Leben aushauchen, bevor die Sache klar war. Der Booster hat mit seinen Ausgangssignal auf Pin 3 und 5 gegen +B (Betriebsspannung) und D (Daten zur Zentrale) gearbeitet.
Ich vermute, dass das Abrauchen auch dadurch zustande kam, dass der
Bustreiber drin war. Was waere ohne den passiert? Waeren die Zentrale
und/oder Handregler gestorben?!
Das kann ein ziemlich teueres Vergnuegen werden. Wen macht man
eigentlich dafuer haftbar? (am)
Einen kleinen, interessanten Effekt gab es noch bei den Weichen auf dem Bf Meersburg. Diese Old-Pullmann-Bausätze haben elektrisch verbundene Zungen, um die elektrische Trennung zwischen Herzstück und Zunge einzusparen. Die abliegende Zunge hat also andere Polarität als die Backenschiene. Bei jedem Radsatz mit zu kleinem Radsatzinnenmass gab es beim Durchfahren der Weichen einen kleinen bläulichen Schein - brrrzz, brrrz, brrrzzz .... Die Booster haben das aber weggesteckt, an der Lok war keine Verlangsamung festzustellen.
Jedoch sollte (systemunabhängig) beachtet werden, dass diese Weichenbauart problematisch ist - man sollte die Zungen elektrisch mit der Backenschiene verbinden. Wegen unzulänglicher Weichenantriebe in Meersburg gab es hier und dort auch mal einen Polarisationskurzschluß, das kennt man aber vom Analogbetrieb her schon.
Hoffentlich brät der 5 amp - Boster die Polarisationsschalter solcher miesen Antriebe mit der Zeit durch, dann hat sich das Problem von selbst gelöst. (mb)
Einen kleinen Zwischenfall gab es noch durch einen (vermutlich bei dem Booster-GAU) beschädigten Handregler, der den Datenbus durcheinander brachte. Dank eines von Werner Hasselbach mitgebrachten Busmonitors konnte das schwarze Schaf lokalisiert und aus dem Verkehr gezogen werden. Über das Interface 66842 zeigte das Programm von MTTM (Modellbahn Technik Team München) den Zustand aller "Reglerkanäle" an.
Während des Betriebes und in der Abschlussbesprechung erarbeiteten wir einen (systemunabhängigen) Vorschlag zur "Energieeinspeisung".
Allgemeine Hinweise zu dieser Sache:
Loconet Wiring von Digitrax Inc.
Wiring 4 DCC
von Allen Gartner. Diese Site sollte man unbedingt kennen!
Die Verteilung der Gleisdaten sollte auf drei sauber getrennten Ebenen ablaufen. Ganz oben von der Command Station / Zentraleinheit über LocoNet / Px-Bus zu den Boostern, von dort ausschließlich über gescheite Bananenstecker zu einer reichlich dimensionierten Leitung durch die Module (mindestens 0,75 qmm Lausprecherleitung - gibt es wegen der Paralellführung der Adern ein Problem durch die Kapazität der Leitung?). Von diesen Strängen soll der Strom über thermisch ausgelöste, rückstellbare Sicherungselemente (PTC, Sicherungsautomat, Glühlampe ...) zum Gleis geführt werden. Für Betriebsstellen mit ihrer durch die Weichen bedingten Kurzschlußhäufigkeit ist so etwas unbedingt vorzusehen. Sinnvoll sind auch Ueberwachungslampen / -dioden für die abgesicherten Abschnitte, damit man als Fahrdienstleiter sofort überblicken kann, warum ein Zug gerade nicht fährt.
Verschiedentlich gab es kleine Aussetzer, wenn mal beim Weichenumschalten auf konventionellen Stellpulten versehentlich ein Gleisabschalter betätigt wurde (ein systemunabhängiger Fehler!). Um das zu vermeiden und der Eleganz halber sollte bei neuen Betriebsstellen angestrebt werden, Fahrstromelektrik und Sicherungstechnik (Weichen, Signale und das, was sie voneinander abhängig macht) völlig getrennt einzubauen, d. h. inbesondere zwei Stellpulte: Ein Stellwerk und ein Fahrstrompult. Die Verbindungen des Fahrstrompults zum Modul sind durch Blindstecker für Digitalbetrieb zu brücken. Die Betriebsstellen sollen eine deutlich gekennzeichnete Einspeisestelle für digitalen Gleisstrom haben.
Da es in Notsituationen nicht immer sofort möglich ist, über Handregler Nothaltaufträge zu geben (vor allem nicht, wenn der Regler gerade ausgestöpselt zur nächsten Buchse bewegt wird), empfiehlt sich ein unübersehbarer Schlagtaster als Notabschaltung für jeden Boosterbezirk. Das gewährleistet maximale Sicherheit für die eingesetzen Fahrzeuge. Bei einer geschickt angesetzten Flankenfahrt können auch im Modell ein paar Trittbetter fetz gehen ...
Zwar bietet Digitrax die Möglichkeit, über den DT100 die gesamte Fahrenergie abzuschalten, doch wir planen ja "Simple Loconet Trottels" (slnthr), die das dann nicht mehr können. Ausserdem wirkt der Schlagtaster nur lokal, was günstig für den Betriebsfluß ist. Der Schlagtaster könnte in einem geeigneten Gehäuse mit Schraubzwinge an strategisch günstiger Stelle im Boosterbezirk montiert werden, mit Bananensteckerkabeln wird er zwischen Booster und Modul eingeschleift.
Zwei der drei Fahrplandurchlaüfe wurden im reinen Selectrixbetrieb
gefahren. Die Anfahr-/Bremsverzögerung war bei allen Loks auf den
minimalen Wert eingestellt, um Verwirrung zu vermeiden. Bei manchen
Lokbaureihen gab es hin und wieder Stromaufnahmeprobleme mechanischer Natur,
aber das ist digital- und systemunabhängig. Von der Digitalisierung
herrührende negative Effekte konnten keine festgestellt werden.
Positiv wirkte sich die Verflüssigung des Betriebes aus, insbesondere
der sonst durch die Elektrik sehr limitierte Bahnhof Meersburg konnte
(unter nervlich belastbaren Fahrdienstleitern) endlich seine volle
Kapazität ausspielen. Einmal fuhrwerkten sogar drei Güterzüge
herum, es wurde auf beiden Bahnhofsköpfen gleichzeitig rangiert ...
Da der Bahnhof Meersburg aus allen drei Richtungen durch Einfahrsignale
gedeckt war und andere Betriebsstellen teilweise signalisiert waren,
konnte auch richtig auf Signal gefahren werden. Wort- und komplikationslos
gelang es so, die Zugfolge zu regeln. Nur die farblosen, richtigen
Zugmeldungen müssen noch mal geübt werden !
Ich will noch einmal sagen, dass das gesamte Arrangement ausschließlich digital betrieben wurde (vom HOe-Wurmfortsatz mal abgesehen) und alle Betriebsleute positive Eindrücke mit nach Hause nehmen konnten. Eines der wenigen Argumente gegen Digital war "Schade, jetzt kann meine frisch gekaufte Lok nicht mal 'ne Runde fahren!" Was für ein Glück. Wenn ich das Wort RUNDE nur schon höre !
Alle Selectrixdecoder haben Gegen-EMK (Back-EMF) - Regelung, sodaß sich die Triebfahrzeuge auch bei Fahrstufe 1 unter Last bewegten. Die Beschränkung auf 31 Fahrstufen wurde von niemandem als störend empfunden. Eine Lok war mit Faulhabermotor ausgestattet. Sie hatte leider "dreckige Füße" und fuhr nicht immer von selbst an, wenn sie aber lief, war es eine Wonne. Durch die hohe Frequenz des Trix-PWM war kein Motorpfeifen hörbar.
In der dritten Fahrplansession wurde der Mischbetrieb getestet. Am Vorabend hatte Karl Eisermann mit einem separaten Programmer den zwei V100 von Dirkjan Kaper und Martin Balser passende (geradzahlige) Adressen gegeben, an der Speed Table usw. wurde nichts modifiziert (also Defaultwerte vom Hersteller). Damit haben wir auf dem Gleiskreis ein kleines Wettrennen gefahren (auch ein "Langsamkeitsrennen", versteht sich.) Verwendet wurden die Decoder LE030 (Back-EMF) und LE103 von Lenz. Mit den Fahreigenschaften (Originalmotor) waren wir - zumindest am späten Abend - zufrieden.
Am nächsten Morgen wurden in kurzer Zeit (10-15 min) alle anderen Selectrix-Fahrzeuge (etwa 10 Stück) auf passende ungerade Adressen umprogrammiert. Dies zeigt, daß der Umprogrammieraufwand doch nicht so groß ist wie in der Begründung der langen Adressen befürchtet.
Nach dem Umstellen auf Mischbetrieb arbeitet Selectrix mit einem langsameren Takt auch auf dem Datenbus, sodaß manche Handregleranzeigen flackerten. Die Selectrix-Loks fuhren wie normal, nur die zwei Lenz-Maschinen hatten ihre Problemchen. Die Schwierigkeiten traten immer dann auf, wenn man eine Lok fahren ließ, den Handregler abzog, ihn wieder einsteckte und die "B"-Taste zum Bestätigen drückte. Dann tauchte plötzlich eine andere Geschwindigkeitsinformation im Display des Reglers auf und die Lok machte einen entsprechenden Satz. Einmal sogar wurde in voller Fahrt die Richtung umgekehrt!
Peinlich, peinlich... (am)
Dieses Verhalten ist natürlich nicht zu akzeptieren und beruht offensichtlich auf einem Softwarefehler (in der Zentrale oder im Decoder, das ist hier noch die Frage!) Welche Ursache der Effekt genau hatte, konnte jedoch nicht mehr ermittelt werden.
Am Sonntagmittag wurde uns noch die Doppeltraktion vorgeführt, bei der zwei 86er zusammen liefen. Das kann die Zentrale aber nur im reinen Selectrix-Betrieb.
Wie sieht es aber beispielsweise mit einer Doppeltraktion bei Decodern mir Regelung aus? Bedingt durch die Regelung werden sich zwei Loks die so fahren die Regelung durcheinander bringen. Ist die Regelung abschaltbar und einstellbar, wie bei dem Zimo-Decoder? (am)
Nein, das ist nicht abschaltbar. (dk)
In der Abschlußbesprechung wurde vor allem der Wunsch allgemeiner Einführung des Digitalbetriebes laut. Speziell wurden Regler mit Drehknopf und Funkregler gewünscht. Der Drehknopfregler soll momentan in der Entwicklung sein, ein Testexemplar sei mittlerweile vorhanden. Der Funkregler steht auch auf dem Entwicklungsprogramm vom Selectrix, doch zunächst soll der "zweisprachige" Sx-Decoder, der dann auch NMRA kann, herausgebracht werden. Funk wird also mindestens noch ein Jahr daürn.
Die hauptsächlich verwendeten Lok-Controls mit Druckknopfbedienung hatten den Nachteil, daß man beim "Heruntertasten" der Fahrstufen leicht über den Stillstand hinaus in den entgegengesetzten Geschwindigkeitsbereich tastet. Man muß also immer im Display beobachten, ob man auf Fahrstufe 0 angelangt ist. Die ist besonders bei Rangieren störend. Der Vorteil der Tastenbedienung ist, daß abruptes Fahren der Züge nicht möglich ist und so auch "Anfänger" zu vernünftiger Fahrweise gezwungen werden.
Verschiendene Meinungen gab es zum Thema Faulhaber. Einige meinten, Faulhaber sei bei Digital unnötig, da auch schlechte Motoren durch das spezielle PWM der Trix-Decoder gute Fahreigenschaften haben, aber auch die tollste Elektronik (außer fette Elkos) heben die Lok nicht über eine stromlose Stelle hinweg. So blieb denn die Forderung nach Faulhaber-Verträglichkeit bestehen.
Oh Gott, die Schlammschlacht muss jetzt auch noch durch.
Die von der fremodcc-Gruppe vertretene Forderung nach langen Adressen wurde sehr kontrovers diskutiert, ebenso das Thema 128 FS.
Alles Quatsch. 9999 Adressen braucht man nicht. (hf)
GEGENDARSTELLUNG. Heinzjörg hat zwar im Verlauf des Gesprächs irgendwann einmal "Quatsch" und "9999 Adressen" gesagt, jedoch nicht so nahe beieinander. Er verwahrt sich gegen meinen (mb) "Bildzeitungsstil".
So lange nur wenige Leute mitmachen, mag er Recht haben. Wenn aber bei einem Treffen 25 Leute mit je 5 Loks kommen, wird das Programmiergearaet notwendig werden, wenn wir nur 127 Adressen haben. Selbst wenn nicht alle Loks gleichzeitig eingesetzt werden, so werden doch auch schon mal Loks nach den einzelnen Fahrplaenen gegen andere ausgetauscht. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis wir mehr als 127 DCC-Loks haben. (am)
Neben Wolfgang Deutschmann, der sich sehr zurückhaltend äußerte, gibt es im "Süden" offensichtlich noch eine aus Arne Schittenhelm bestehende "Selectrix-Lobby". Arne hatte auch Regler und Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.
GEGENDARSTELLUNG. Nach dem Treffen in Bruchköbel wurde ich Arne Schittenhelm von Martin Balser als Selectrix Lobbyist dargestellt da ich abgeblich eigene Selectrix Loks mitgebracht hätte.
Diese Darstellung ist FALSCH ! Ich habe keine Lok, keinen Decoder oder sonstige Geräte von Selectrix. Die Loks und Handregler die ich mitgebracht habe waren von einem bekannten entliehen. Ich bin somit zwar nicht ganz unbedarft, aber durchaus kein Selectrix Lobbyist.
Die "Anwender" vom Betrieb interessiert die Systemfrage weniger, sie wollen sowohl Selectrix als auch "das andere" in die Hand nehmen und ausprobieren können. Daher muß angestrebt werden, beide Systeme unter gleichen Bedingungen einmal nebeneinanderzustellen, geeignet wäre etwa die Jahrestagung, da dort auch das grösste Forum besteht.
Massive Kritik gab es am Selbstverständnis der "DCC-Gruppe". Die "ausgrenzende" eMailkommunikation war es nicht, sondern der Anspruch, die "offizielle" Digital-Arbeitsgruppe im FREMO zu sein, die *im Namen des FREMO* ein System auswählt. Die Gruppe wurde nicht als vom FREMO legitimierter Ausschuß akzeptiert.
In Nidda wurde von Carsten Moeller deutlich genug dargelegt, dass sich einige Leute mit dem Thema DCC befassen. Im Hp stand bereits ein Bericht drin und ein weiterer folgt. Davon abgesehen sind in der Mailinglist zwei Vorstandsmitglieder vertreten. (am)
Diese Mitglieder haben jedoch Gelegenheit gehabt sich zu informieren (JT Nidda, Artikel in HP1 mit Ansprechpartnern, _angekündigte_ Treffen mit DCC) und sich schriftlich oder telefonisch zu beteiligen. Leider ist nur eine messbare Reaktion erfolgt. (cm)
Nicht verstanden wurde die Vorgehensweise der DCC-Gruppe, ein geeignetes System sozusagen vom grünen Tisch aus zu bestimmen, ohne weitreichende Praxistests zu absolvieren. Digitrax gilt als exotisch und schwer, wenn nicht gar unmöglich zu beschaffen. Gemeckert wurde auch, weil in Bremen alle Digitrax-Loks mit Power Source Conversion Enabled liefen und dies als Vorteil von Digitrax dargestellt wurde, obwohl in Deutschland z. Zt. Lenz das Patent darauf hat. Es wurde sogar befürchtet, Lenz könne den Fremo wegen so etwas verklagen.
Wir wollen nicht hoffen, daß es bei dieser Spaltung der Digitalszene bleibt. Der allgemeine Trend im Fremo läuft jedoch bedauerlichweise dahin, daß Nord und Süd einander nicht mehr nahe kommen wollen (wobei Vechta dann eine süddeutsche Enklave ist ...) und sich auch keiner mehr daran stört, daß Tagungen paralell stattfinden. Ich persönlich (mb) finde das jedenfalls beschissen und werde 1998 nach Enningerloh und Rheda kommen, auch wenn das süddeutsche Gegenstück dieser Treffen bei mir am Ort stattfindet. Ich hab's jedenfalls satt, mich spalten zu lassen, nur weil mich beides interessiert.
(mb) Martin Balser, (hf) Heinzjörg Furchert, (as) Arne Schittenhelm,
(dk) Dirkjan Kaper, (am) Armin Mühl, (cm) Carsten Möller
Zum Dokumentanfang