FREMOFreundeskreis Europäischer Modellbahner eV. |
22.09.2002 |
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Im Mai 2002 erschien das zweite Spezial zu diesem Thema bei der MIBA.
Leider wurden dort unter der Überschrift 'FREMO-Digital' einige Dinge
nicht so dargestellt, wie wir uns das gewünscht hätten.
Aber uns hat ja keiner vorher gefragt, obwohl der Eindruck erweckt wurde, das hier jemand aus dem FREMO schreibt.
Wir nehmen daher im folgenden zu den in diesem Artikel (links) enthaltenenen Behauptungen Stellung (eingerückter Text).
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Die digitale Lokomotivsteuerung
wurde entwickelt um viele Loks auf einem Gleis mit nur einer
Fahrspannung versorgen zu können.
Die Steuerung der einzelnen Loks liegt im Dateninhalt
der digitalen Fahrspannung. Erkennung und Auswertung der Daten erfolgt im Digitaldecoder, der mit Hilfe der Adresse die richtige Lok zuordnet, den Fahrwert plus Funktionen abspeichert und auf Lokmotor und andere Komponenten als Fahrstrom oder Schaltstrom weiterleitet. Für unsere Modellbahnmodule ergibt das eine Gleisanlage - zumindest für jeden Bahnhof - ohne jegliche Trennstellen. Um bei der Stromzufuhr sicher zu gehen, wird jedes Gleis auf jedem Modul mit dem Ausgang des Digitalboosters verbunden. Das ist doch zu einfach, wo liegt jetzt der Haken an der Sache? | |
| Im Prinzip richtig - allerdings sollten bei größeren Bahnhöfen schon zur zur Fehlersuche einzelne Stromversorgungsbezirke eingerichtet werden. Und Trennstellen zur Herzstückpolarisierung sind auch bei Digital notwendig. | |
| Zunächst: Wir benutzen das von der Firma Lenz entwickelte Digitalsystem, welches unter DCC (Digital Command Control) in den USA von der NMRA genormt wurde. | |
| Dieser Satz ist missverständlich - wir verwenden zur Steuerung
das von der amerikanischen Firma Digitrax entwickelte LocoNet,
an das sich Zentralen und Handregler von Lenz nicht anschliessen
lassen. Am Gleis (und auf bestimmten Adern des physikalischen LocoNets) liegt das genormte NMRA DCC Signal, damit sind alle Decoder nach diesem Standard einsetzbar. Booster der Firma Lenz können allerdings benutzt werden, da Booster als Eingangsinformation nur das NMRA-DCC brauchen. | |
| Die Normung bezieht sich nur auf das Fahren und Schalten und zunehmend auf das Programmieren von DCC-Decodern. | |
| Das muss ganz deutlich herausgestellt werden: NMRA-DCC normt nur das Datenformat zwischen 'Zentrale und Decoder'. Die Verständigung zwischen Zentrale und Handreglern, Rückmeldebausteinen und ähnlichen Geräten ist jedem Anbieter freigestellt. | |
| Neben dem Standard-DCC mit 99 Lokadressen gibt es das Advanced-DCC mit bis zu 9999 Adressen. Der Grund, diese enorme Zahl von Adressen zu wählen, liegt in der Nummerierung der amerikanischen Originalloks mit vier Ziffern. So kann jede Lok die entsprechende digitale Adresse erhalten. | |
| Der Grund mehr als 99 Adressen zu ermöglichen liegt darin, das bereits ein mittelgroßer Modellbahnverein mit dieser Anzahl nicht auskommt - die Geschichte mit den 4-stelligen Loknummern halte ich persönlich für eine Legende, aber es passt so schön. | |
| Von den 9999 Adressen sind einige für die Booster und die WAC-Regler wie den "UrFred" von Fremo und den daraus abgeleiteten "Fred" von Uhlenbrock reserviert. | |
| Die theoretisch über 10000 denkbaren Lokadressen
(ca. 100 kurzen Adressen, 9999 mit normalen vierstelligen Adressen)
sind beim FREMO den Fahrzeugen der Mitglieder fest
zugeordnet
um bei den Treffen eine komplizierte Abstimmung zu vermeiden. Die inzwischen im Mitgliederkreis reichlich vorhandenen FREDs werden bei jedem Treffen den Lokadressen = Fahrzeugen zugeordnet, was pro Fahrzeug in ca. 20 Sekunden erledigt ist. Booster und FREDs belegen keine eigenen Lokadressen ! Die Booster werden von der Zentrale lediglich mit dem DCC-Signal versorgt, das sie dann wiederum verstärkt dem Gleis zuführen - eine Identifikation einzelner Booster ist unnötig. Die Handregler melden sich bei der Zentrale mit der Adresse, die gesteuert werden soll - also der bereits vorhandenen Lokadresse. Die FREDs besitzen daneben eine interne ID, die aber im Normalbetrieb nicht gebraucht wird und daher auch hier nicht von Interesse ist. | |
| Über eine durchgehende Steuerleitung mit vielen vom Telefon bekannten Western-Buchsen werden alle angeschlossenen Komponenten mit der Digital-zentrale verbunden und mit den entsprechenden Digitaldaten versorgt. | |
| Da die Verbindung Handregler/Booster herstellerspezifisch
ist, können natürlich auch die Kabel unterschiedlich sein. Das LocoNet verwendet Westernstecker 6/6, andere Hersteller haben sich andere Systeme erdacht, teilweise gibt es auch gleiche/ähnliche Kabel mit unterschiedlicher Belegung der Adern ! | |
| FREDs, Booster, Zentrale (und unterstützende Computer) und die vielen Digitaldecoder sind natürlich für den einzelnen Modulbauer ein teures Hindernis. | |
| Niemand muss alles besitzen ! Wer nur ein Streckenmodul baut,
ist hiervon gar nicht betroffen, wer zu Hause digital fährt,
beschafft sich sowieso irgendwann eine entsprechende Ausrüstung. Und die Kosten für einen Decoder für die eine besonders zugerüstete Lok sollten doch in jedem Etat vorhanden sein. | |
| Diese ideale Fahrmethode kommt dafür dem Echtbetrieb sehr nahe. Noch interessanter wird es, wenn auch ein Zentralstellwerk funktioniert, von dem Fahrstraßen geschaltet werden, in denen die Lokführer ihren Zug ans Ziel bringen müssen. | |
| Die Steuerung von Weichen und Signalen ist auf jedem
FREMOdul so geregelt, wie der Erbauer es gerne möchte
- es muss lediglich darauf geachtet werden, das das LocoNet
der Gesamtanlage bei FREMO-Treffen strikt davon
getrennt sein muss, um lokale Störungen nicht über das
ganze Modul-Arrangement ausstrahlen zu lassen. Das kann durchaus ein separates Digitalsystem sein, auch nicht NMRA-kompatible dürfen hier verwendet werden. Ein Zentralstellwerk für die gesamte Anlage ist beim FREMO weder geplant noch erwünscht. | |
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