FREMOFreundeskreis Europäischer Modellbahner eV. |
27.08.2004 |
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Mittagsball an der Kehrwiederspitze im Hamburger Hafen |
Zu den bedeutendsten Fragen im Bahnbetrieb gehörte die
Bestimmung einer einheitlichen Zeit. Jeder Ort hatte
seine eigene, astronomisch bestimmte, 'Ortszeit'.
Eigene transportable Uhren waren selten und mußten
ohnehin täglich nach der Kirchturmuhr gestellt werden,
es gab bei den damals üblichen Reisegeschwindigkeiten
keine besonderen Probleme. Schwierig wurde die Angelegenheit nach 1850, als die Eisenbahnen den elektrischen Telegraphen für Zugmeldungen zu nutzen begannen. Zwischen Königsberg und Köln wurde plötzlich der Zeitunterschied von 25 Minuten deutlich. |
Bereits 1852 beantragte der badische Professor Erb
beim Verein-Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen die
Eisenbahnuhren im gesamten Vereinsgebiet nach
einheitlicher Zeit zu stellen. Aber erst 1874
führten die nordeutschen Bahnen und die
'Reichseisenbahn Elsaß-Lothringen' für
den 'inneren Dienst' die 'mittlere Berliner Zeit'
als Einheitszeit ein.
Damit benutzte man auf den Bahnhöfen zwei Zeiten
zugleich: Für das Publikum die Ortszeit und
intern die 'Berliner Zeit'. Die damit verbundenen
Schwierigkeiten wurden erst durch die Einführung
der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) am
1.April 1893 für das Deutsche Reich beseitigt.
In den USA wurde das System der Zeitzonen am 18.November 1883 für den Gebrauch der Eisenbahnen eingeführt. Dazu gibt es einen Text von Carlton J.Corliss - The Day of Two Noons (Association of American Railroads, 1952), der recht amüsant ist.
Auch auf der Modellbahn ist ein vorgegebener Takt
nützlich.
Im einfachsten Falle, d.h. wenn nur sehr wenige
Mitspieler beteiligt sind, kann man Ursache und
Wirkung vertauschen.
Wenn der Nahgüterzug fertig zusammengestellt ist,
ist es 12:00 Uhr, dann fährt der Personenzug aus
dem Schattenbahnhof aus, um um 12:10 Uhr anzukommen.
Statt eines starren Uhrtakts benutzt man also eine
Folge von Spielschritten.
Bei mehreren Mitspielern ist das nicht mehr so einfach möglich, weil dann bestimmt unterschiedliche Meinungen darüber auftauchen, wann ein Vorgang beendet sein sollte.
Üblicherweise werden bei Modelleisenbahnanlagen Zeitverkürzungen
von 1:3 bis 1:8 vorgenommen.
Dies dient zum Ausgleich der viel zu kurzen Streckenlängen im Modell.
So ist es möglich halbwegs glaubwürdige Abfahrts- und Ankunftszeiten
in den Fahrplan einzutragen.
Allerdings wird man feststellen, das sich nicht alle Vorgänge gleichmäßig
verkürzen lassen. Die Dienstgespräche können nicht schneller gesprochen
werden und auch das Rangieren benötigt fast die Zeiten wie beim Vorbild.
Daher müssen dafür entsprechend mehr Minuten veranschlagt werden.
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